Konzept für eine Audioinstallation der Künstlerin Karin Sander
für den künftigen Johanna und Eduard Arnhold Platz auf dem Berliner Kulturforum

Für den künftigen Johanna und Eduard Arnhold Platz, bisher »Piazzetta« genannt, und zur weiteren Aufwertung des Kulturforums mit seinen Museen und Institutionen im Berliner Tiergartenviertel entwickelt die Künstlerin Karin Sander die Installation »Zeigen«.

Das Werk von Karin Sander wendet sich an alle Passanten des Johanna und Eduard Arnhold Platzes und an die Besucher der Museen auf dem Kulturforum oder der Philharmonie. Ausgehend vom Arnhold-Platz und rund um das Kulturforum soll das Publikum per Handy und mittels im Boden markierter QR-Codes an zehn Stationen durch historische Stimmen, heutige Kommentare, Musikstücke und den Sound der Stadt eine Vorstellung vom untergegangenen einstigen Tiergartenviertel und seinem ab 1933 ausgelöschten, meist jüdischen Kulturbürgertum bekommen. Verbunden mit Namen wie den Arnholds, James Simon, den Brüdern Rathenau, Tilla Durieux, Paul Cassirer, den Familien Huldschinsky oder Elias, war das einstige Tiergartenviertel auch der Ort einer kulturell, sozial und politisch auch für unsere Gegenwart beispielhaft engagierten Zivilgesellschaft. Zumal in Zeiten wachsender Geschichtsvergessenheit und neuem Antisemitismus.

Sanders Werk ist eine Hommage an Johanna und Eduard Arnhold und ihre Nachbarn, die dort gelebt und gewirkt haben. Zugleich aber verknüpfen sich Erinnerung und Gegenwart und lassen auch das rund um das Kulturforum heutig Entstandene und derzeit Erstehende mit neuen Augen sehen. Hierfür werden historische Stimmen mit Schauspielerinnen und Schauspielern rekonstruiert, Expertinnen und Experten erläutern (deutsch/englisch) an den einzelnen Stationen besondere Perspektiven. So entsteht im Zusammenspiel von Stimmen und Tönen – als Audiotour durch Zeiten und Räume – für ein weitgefächertes Publikum eine einzigartige akustische Choreographie.

Die in Berlin lebende, international renommierte Künstlerin Karin Sander hat zuletzt den Schweizer Pavillon auf der Biennale in Venedig gestaltet und war unter anderem Stipendiatin und Preisträgerin der von Eduard Arnhold gestifteten Villa Massimo in Rom. Ihr Werk wird im Auftrag des Vereins zur Erinnerung an Johanna und Eduard Arnhold, der die Finanzierung aus privaten und öffentlichen Mitteln besorgt, in Abstimmung mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und dem Bezirk Berlin-Mitte möglichst bis zum 10. August 2025, dem 100. Todestag von Eduard Arnhold, realisiert.

(Kurzbeschreibung / Summary)   

Copyright Karin Sander 2024